Samstag, 7. Januar 2012

Skiferien bis zum 24. Dezember

Die Fotos sind leider keine Kunstwerke, ich wollte mein
Praktica Baby nicht der Gefahr eines
Sturzes aus-
setzen.







Es war diese Woche, vor der ich Angst hatte, mich aber gleichzeitig auf sie freute. Als ich früh am Morgen ins Auto stieg fühlte ich mich ein bisschen mulmig, was aber auch mit der Müdigkeit zusammengehangen haben könnte. Die hat dann nach 10 Minuten Fahrt ihren Sold geleistet und ich bin eingeschlafen. Mein Kopf baumelte von meinem Körper hin und her, wie der von der kleinen Johanna, als sie auf dem Fahrrad einschlief. Als ich dann meine Augen öffnete, blinzelte ich verstört, weil es einfach zu hell war. Als ich aus dem Fenster schaute, wusste ich warum. Alles war mit einer dünnen, weissen Schicht überzogen, für mich der erste Schnee diesen Winter. Als ich den Kopf ein wenig hob sah ich die Berge, die sich wie eine grosse graue Mauer vor uns auftürmten. Ihre weissen Gipfel glizerten ein wenig im Sonnenlicht und auch wenn ich mich dagegen wehrte, dieses Bild nahm mir trotz seiner Kitschigkeit den Atem.
Unser Apartment war klein und wir hatten Glück, dass der Tisch zusammenklappbar war. Sonst hätte Marie im Kühlschrank schlafen müssen. Wir kamen aber doch ganz gut zurecht und den Grossteil des Tages waren wir ja eh nicht zu Hause.
Der Ort in dem wir waren, ist ein kleiner Klecks Zivilisation, den mal jemand in den Alpe d'Huez verloren hat. Dieser Klecks hat sich dann selbstständig gemacht und hat angefangen die Berge mit dünnen Fäden zu bespannen. Es ist wirklich nicht sehr schön, wie die Skilifte die Landschaft enstellen. Abfahrtski ist nicht gerade der schönste Sport und ich entdeckte meine Zuneigung für Langlauf.
Und in dem Ort, in dem wir waren, gab es ungelogen 2837563248495672952874369727895629 Tonnen Schnee. Bei unserer Ankunft kämpften wir uns durch einen 1 m tiefen Schneesumpf, um überhaupt zum Eingang zu gelangen. An den Strassenrändern formten sich Schneewände, die manchmal doppelt so gross waren wie ich. Nachdem ich in Sorbiers Raureif als quasi-Schnee genommen hatte, wurde ich hier beinahe von dem richtigen erstickt-Schneeschock.
Aber um Ski zu fahren, hätte es besser nicht sein können. Die ersten Tage wollten es mir ein bisschen schwer machen. Die Sonne versteckte sich hinter einer dicken Wolkendecke und der kalte Bergwind schnitt in unsere Gesichter. Es war so nebelig, dass man manchmal die Buckel auf der Piste erst sah, wenn man sich schon im Sturzflug dem Boden nähert. Dementsprechend oft, hab ich mich auch auf die Nase gelegt. Spektakuläre Überschläge, bei denen ich meine Ski verloren und über 10 Meter verteilt habe, waren auch dabei. Ich habe wirklich versucht, es mit Humor zu nehmen, aber die meiste Zeit stand ich nur verzweifelt am Anfang oder noch verzweifelter auf der Hälfte der Piste. Die rettende Pause war dann die um 12 oder 13 Uhr. Jeden Tag suchten wir uns einen kleinen Platz und assen unsere Sandwichs. Nach einer Woche, kann dir Kiri wirklich zum Hals raushängen.
Die letzten Tage aber zeigte sich dann wirklich die Sonne und der Nebel löste sich. Genau wie das Wetter machte auch ich Fortschritte und kam am Ende ziemlich gut zurecht. Am letzten Tag haben wir sogar eine schwarze Piste und den Snowpark gemacht, in dem es kleine Schanzen gab. Ich habe mich wirklich spektakulär gefühlt, als ich drei Meter über dem Boden schwebte, auf dem Video waren es dann drei Zentimeter.
In dem Ort gab es auch ein Schwimmbad. Das Wasser war richtig warm und man war draussen an der wirklich frischen Luft. Mit Marie und Clara sind wir immer raus gerannt und haben uns in den Schnee gesetzt und gelegt. Danach war das Wasser wirklich himmlisch. Wir waren auch Schlittschuh laufen und haben uns ein Spektakel angeschaut. Alle Mitarbeiter der Sation Alpe d'Huez haben eine Abfahrt genommen. Jeder hat eine Fackel in der Hand gehalten und es sah so aus, als würde eine brennende Schlange sich den Berg runterbewegen.
Am Ende kam dann noch der Weihnachtsmann und hat Bonbons in die Masser geworfen. Mich hatter er ganz besonders lieb unb hat das Bonbon haargenau in mein Auga platziert. Aber gut, dieses Jahr gebe ich mir mehr Mühe brav zu sein.
So endeten dann unseren kleinen Skiferien und am Weihnachtstag stiegen wir dann ins Auto und fuhren zurück nach Sorbiers, das mir ohne die tausend Tonnen Schnee ein bisschen nackt un weniger weihnachtlich vorkam.

une soirée

und das ist auch genug als Beschreibung









Montag, 26. Dezember 2011

Reklamation

Ich nehme alles zurück.
Ich liebe Weihnachten!
Wenn man sich nicht die ganze Zeit versteckt, sondern sich unter die Menschen mischt, merkt man, dass man geschätzt wird.
Und nochmal ein verspätetes aber überglückliches "Fröhliche Weihnachten"

Samstag, 24. Dezember 2011

Schnee=Weihnachten?

Um die ganze Spannung gleich mal im voraus zu nehmen: nein, nur weil Schnee liegt, fuehlt man sich nicht gleich weihnachtlich. Ich habe eine Woche zwischen fuenfmeter hohen Schneebergen verbracht und habe auch sich die Haelfte davon unter meiner Ski-Kombination gehabt. Und nein, ich fuehle mich ganz und gar nicht weihnachtlich. Hier zu Hause lacht mich ein stahlgrauer himmel aus und die glitschigen Strassen kichern vor sich hin. Ja, sie haben wie jeder andere das Recht sich ueber das Maedchen lustig zu machen, dass alleine in ihrem Zimmer sitzt und die vergangenen Weihnachtsfeste betrauert. Weihnachten, ein Fest, dass wie kein anderes Waerme und Freude mit sich bringt, dass ganz besonders Familien zusammenschweisst. Nur hab ich dieses Jahr das Gefuehl, als haette Weihnachten einen grossen Bogen um mich gemacht und kuemmert sich darum, dass alle anderen auch ja gluecklich sind. Meine Gastschwestern bereiten zusammen ein Programm vor, in dem ich keinen Platz habe. Ich hab im allgemeinen das Gefuehl dass das mir besonders fehlt. Ein Platz. Ich bin nicht fest in der Familie und in der Familie in der ich fest waere ist kilometerweit entfernt. Es tut weh, es tut verdammt weh, wenn man an Weihnachten nicht das hat, was sonst selbstverstaendlich waere. Ich fange schon an, die Stimme von meinem Papa zu hoeren und bilde mir ein, Gaensebraten zu riechen. Vielleicht klingt das ganze albern, aber es ist wirklich hart. Weihnachten mag mich nicht mehr. Das Weihnachtspaket von meiner Familie ist noch auf der Post, der Weihnachtsmann, der gestern auf der Schlittschuhbahn war, hatte nichts besseres zu tun als mir ein Bonbon ins Auge zu werfen und ich habe alle 2 Stunden einen Heulkrampf.
Froehliche Weihnachten euch allen, die froehlich sind.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Vintage et marry Marie









Auch wenn keinerlei Weihnachtsstimmung in der Luft liegt, muss ich zugeben, dass dieser Tag einen gewissen Zauber hatte.


Mit Marie in Lyon auf der Jagd nach Vintage. Wir sind kaum vorbereitet nach Lyon gefahren, ein Buch mit Adressen und unsere Handys in der Hand. Als wir dann auf dem Bahnhof ankahmen und ich mich beinahe in der Masse verlor, fühlte ich seit langer Zeit wieder den Charme einer Grossstadt. Man füht sich als kleiner Punkt und alles um einen herum fliesst, mal schneller und mal langsamer. Menschen drängeln und schubsen, in den Köpfen nur das Ziel, das sie ihre Ellenbogen einsetzend erreichen wollen. Der nie abbrechende Strom von Autos, die nicht mal vor Ampeln halt machen. Die Höhe der Häuser und Einkaufszentren, die dich praktisch zwingen nach oben zu schauen. Die mcDonald's und Starbucks Filialen an jeder Ecke und... und vor allem die Secondhand Läden.
Bis zum ersten mussten wir uns erstmal unter einer Brücke durchkämpfen, wo es furchtbar gestunken hat, dann haben wir ein eigenartig hässliches Viertel so lange durchwandert, dass wir es am Ende beinahe schön fanden. Als wir dann den ersten Laden ein bisschen skeptisch betraten, waren all unsere Zweifel wie weggeblasen. Wir schwebten zwischen den Kleiderständern hin und her und haben alles an uns gerissen, dass einigermassen vielversprechend aussah. Am Ende hatten wir dann eine vernünftige Ausbeute für einen wirklichen Guten Preis. Merci Frip'attitude.
Die anderen Läden haben wir dann auch gefunden, sie haben sich alle in einem Viertel versteckt. Und in einem der Läden, Jimi Vinage, hat sogar Pete Dogerty die Türklinke berührt! Aber die Preisklasse war eine andere und so sind wir von einem Laden zum anderen gelaufen, ohne etwas mitzunehmen. Am Ende sind wir dann völlig erschöpft auf einer Treppe, abseits von allem Trubel, zusammengeklappt. Nach 10 Minuten kehrte dann die Unternehmungslust zurück und wir sind aufgesprungen um einen schönen Platz zu suchen, wo wir Fotos machen könnten. Nur dumm, dass wir nach fünf Minuten bemerkt haben, dass dazu das wichtigste fehlte: Meine Kamera. Die hatte ich allen ernstes auf der Treppe stehen lassen. Wir haben also unsere Einkaufstüten und Beine in die Hand genommen und sind schnell zurückgerannt. Und da stand sie, völlig verlassen au einer kalten grauen Treppe. Ich werde mein Baby jetzt nie wieder aus den Augen lassen.
Das war wirklich einer der schönsten Tage seit Wochen. Ich konnte den ganzen Schulstress vergessen und ich hatte einfach Spass. Das liegt vor allem an Marie. Wenn ich in einer anderen Situation wäre, würde ich sie heiraten!

Mittwoch, 23. November 2011

Ein Versuch

Es ist verdammt schwer etwas zu schreiben, wenn man nichts und gleichzeitig so viel zu erzählen hat. Man weiss weder womit man anfangen, noch womir man aufhören soll.
Aber man kann wohl sagen, dass es mir gut geht, dass ich wahnsinniges Glück habe und wirklich zufrieden mit allem bin, so wie es ist.
Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich es nach 10 Minuten endlich geschafft habe aufzustehen und nach oben gehe, um mit Elise zu frühstücken. Im Bus mache ich einfach alles, was ich will, ich spreche Deutsch mit Elise, ziehe Grimassen und mache eigenartige Geräusche. Es ist mir egal, weil ich endlich verstanden habe, dass die anderen nicht cooler sind. Wenn man sich selbst weniger wert fühlt, dann unterstützt man auch die Einteilung in 'Klassen' der Menschen. Es sind nicht nur die, die auf die anderen hinabsehen. Es sind auch die, die sich wegducken. Und ehrlich, wir sind schon lange über die Klassengesellschaft hinweg. Ich fühle mich leicht und frei.
Es ist wunderbar, jeden Tag an der Schule anzukommen und eine SMS von Marie zu bekommen. Das alltägliche: Marie: Bist du da? ich: nein, ich bin zu spät :( was haben wir jetzt?
Während der Pause sind wir vor der Schule und ich fühle mich befreit. Befreit vom Druck angestarrt zu werden. Dann starren sie halt. Irgendwann wird sie das langweilen, dann lassen sie es einfach oder sie bewegen ihre Hintern und sind mal ein bisschen sympatisch.
Und das beste ist, wenn ich nach einigen langweiligen oder anspruchsvollen Stunden, endlich das warme Kribbeln in mir spühre, dass mir sagt, dass ich in 10 Minuten Mon Chéri sehen werde.
Das ist vielleicht wirklich eines der besten Dinge, die mir hier passiert sind. Aber man muss schon bemerken, dass ich wirklich Glück habe. Ich meine, wer kann schon von seinem Freund sagen, dass er as Vampir durchgeht. Da jemand vor Jahren auf die Idee gekommen ist, eine Beweisliste anzuführen, wurde mir klar, wie unrealistisch perfekt es doch ist. Dann Vampire sind sehr schön, sehr intelligent, haben blasse Haut und beissen dir in den Hals. Nach diesen Kriterien befinde ich mich jetzt offiziel in der twilight-zone. Kann sich jemand an einen meiner ersten Einträge erinnern, in dem ich erzählt habe, dass das Leben eben nicht so ist wie in twilight? Ich nehme alles zurück! Ich hoffe, dass ich bald mal stolz ein Foto präsentieren kann, aber zur Zeit mangelt es hier wirklich an schönem Licht. Kalt ist es ausserdem. Aber das ist auch keine Katastrophe, da ich ja jetzt immer jemanden hat, der mich wärmt. Dabei sehen wir auch noch gut aus, weil unser Stil aufeinander abgestimmt. Wie aus einer Werbung von The Kooples entsprungen. Ich glaube, im Grund ist er es, der mir das Gefühl gibt so leicht zu sein und der die Welt viel netter macht. Er bringt mich zum Lachen und er besitzt so viel natürliche Charme, dass ich ihn gar nicht mehr loslassen will. Ich muss da aber auch aufpassen, weil mein Hals in der Nähe seiner Zähne leicht in Gefahr schwebt.
Ich bin sehr froh, dass ich mich so entschieden habe. Es war das, was mir gefehlt hat. Oder eher. Er ist es, der mir gefehlt hat. Es ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ich mit allem zufrieden bin, dass ich jede Kleinigkeit an ihm anbete und mir keinen anderen an seinem Platz vorstellen könnte. Der Schwerpunkt meiner Welt ist leicht gekippt und das Gravitationsfeld beginnt sich zu verschieben. Und ich sag euch, es gibt nichts schöneres im Moment.